Du möchtest Deine Dokumentation lieber diktieren als tippen? Das kannst Du auch in TheraPsy.
Hierfür kann aktuell die in Windows und macOS implementierte Spracheingabe genutzt werden. Diese funktioniert direkt in der Anamnese, im Protokoll/Dokumentation und in allen anderen Eingabefeldern von TheraPsy. Du brauchst dafür keine zusätzliche Erweiterung oder spezielle Diktierfunktion von TheraPsy.
Bevor Du die Spracheingabe verwendest, ist uns aber ein Punkt (wie immer bei TheraPsy) besonders wichtig: der Datenschutz.
Wir bitten darum, vor Nutzung der Spracheingabe diesen Artikel vollständig zu lesen.
INHALTSVERZEICHNIS
- Spracheingabe unter Windows
- Spracheingabe unter macOS
- Was passiert bei einer Spracheingabe mit Deinen Daten?
- Unser Verständnis von Datenschutz
- Unsere Empfehlung: möglichst anonymisiert diktieren
- Ist die Spracheingabe anderer Praxissoftwareprogramme datenschutzfreundlicher?
- Eine lokale Spracheingabe für TheraPsy ist geplant
- Fazit
Spracheingabe unter Windows
Unter Windows kannst Du die bereits integrierte Spracheingabe direkt in TheraPsy verwenden:
Klicke in das gewünschte Dokumentationsfeld.
Drücke Windows-Taste + H.
Starte die Spracheingabe.
Sprich Deinen Text.
Windows fügt den erkannten Text direkt in das aktive Dokumentationsfeld von TheraPsy ein.
Spracheingabe unter macOS
Auch auf dem Mac kannst Du die integrierte Diktierfunktion direkt verwenden:
Klicke in das gewünschte Dokumentationsfeld.
Starte die macOS-Diktierfunktion über die eingestellte Tastenkombination oder Mikrofontaste.
Sprich Deinen Text.
Der erkannte Text wird direkt in TheraPsy eingefügt.
Je nach Gerät, Sprache und Einstellungen kann die Verarbeitung bei macOS direkt auf Deinem Mac erfolgen.
Was passiert bei einer Spracheingabe mit Deinen Daten?
Bei einer Spracherkennung muss das gesprochene Wort zunächst analysiert und anschließend in Text umgewandelt werden.
Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Lokale Spracherkennung:
Die Verarbeitung findet vollständig auf Deinem Gerät statt. Deine Sprache muss das Gerät dafür nicht verlassen.
Cloudbasierte Spracherkennung:
Die gesprochenen Informationen werden über das Internet an einen externen Server übertragen, dort analysiert und anschließend als Text zurückgegeben.
Gerade bei psychotherapeutischen Dokumentationen ist dieser Unterschied besonders relevant, da die Inhalte sehr sensible Gesundheitsdaten enthalten können.
Bei der Windows-Spracheingabe wird die Online-Spracherkennung von Microsoft verwendet. Deine Spracheingabe wird dabei zur Verarbeitung an Microsoft übertragen.
Bei macOS kann die Diktierfunktion – abhängig von Gerät, Sprache und Konfiguration – teilweise direkt auf dem Gerät verarbeitet werden. Ist eine lokale Verarbeitung nicht verfügbar, erfolgt auch hier eine Verarbeitung über Server von Apple.
Unser Verständnis von Datenschutz
Microsoft und Apple stellen umfangreiche Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen bereit. Trotzdem möchten wir bewusst nicht pauschal behaupten, dass die Verwendung jeder Spracheingabe in jedem Fall automatisch „DSGVO-konform“ ist.
Ob ein bestimmter Dienst im konkreten Einsatz DSGVO-konform verwendet werden kann, hängt unter anderem von der jeweiligen Konfiguration, der Rechtsgrundlage und den verarbeiteten Daten ab.
Für uns bei TheraPsy geht Datenschutz außerdem noch einen Schritt weiter.
Auch wenn eine Verarbeitung rechtlich zulässig sein kann, entspricht die Übertragung sensibler psychotherapeutischer Inhalte an einen zusätzlichen externen Dienst nicht unserem Ideal von maximaler Datensparsamkeit.
Deshalb möchten wir Dir transparent zeigen, was technisch passiert, damit Du selbst bewusst entscheiden kannst, welche Informationen Du diktierst.
Unsere Empfehlung: möglichst anonymisiert diktieren
Wenn Du eine cloudbasierte Spracheingabe verwendest, empfehlen wir Dir, keine direkt identifizierenden Informationen zu diktieren.
Vermeide insbesondere:
Namen
Adressen
Telefonnummern
E-Mail-Adressen
Sozialversicherungsnummern
andere eindeutig einer Person zuordenbare Angaben
Statt:
„Maria Muster berichtet, dass …“
kannst Du beispielsweise diktieren:
„Die Patientin berichtet, dass …“
Identifizierende Informationen kannst Du anschließend bei Bedarf direkt über die Tastatur ergänzen.
So kannst Du die Vorteile einer Spracheingabe nutzen und gleichzeitig vermeiden, dass unnötig viele personenbezogene Informationen über einen externen Spracherkennungsdienst verarbeitet werden.
Ist die Spracheingabe anderer Praxissoftwareprogramme datenschutzfreundlicher?
Nicht automatisch.
Viele Praxisprogramme werben mit Begriffen wie „Diktierfunktion“, „Spracheingabe“ oder „integrierte Spracherkennung“.
Ein Mikrofon-Symbol innerhalb einer Praxissoftware sagt aber zunächst nichts darüber aus, wo die eigentliche Spracherkennung stattfindet.
Entscheidend ist immer:
Welche Technologie verarbeitet Deine Sprache – und wo findet diese Verarbeitung statt?
Wenn eine andere Praxissoftware ebenfalls eine cloudbasierte Spracherkennung verwendet (was bei cloudbasierten Lösungen meist der Fall ist), müssen die gesprochenen Informationen genauso an einen externen Dienst übertragen werden.
Dass die Diktierfunktion optisch direkt in eine Praxissoftware integriert ist, bedeutet daher nicht automatisch einen höheren Datenschutz.
Hier muss also die Frage lauten:
Wird meine Sprache ausschließlich auf meinem Gerät verarbeitet oder werden Sprach- bzw. Audiodaten an einen externen Server übertragen?
Eine lokale Spracheingabe für TheraPsy ist geplant
Unser Ziel ist es, die Spracheingabe künftig noch stärker an unserem hohen Datenschutzanspruch auszurichten.
Deshalb planen wir für TheraPsy eine eigene Lösung, bei der die Umwandlung von Sprache in Text direkt auf Deinem Gerät erfolgt. Die gesprochenen Inhalte sollen dabei das Gerät nicht verlassen und nicht zur Transkription an einen externen Server übertragen werden müssen.
Eine zuverlässige lokale Spracherkennung, die auf unterschiedlichen Geräten funktioniert und gleichzeitig unseren Anforderungen an Qualität, Bedienbarkeit und Datenschutz entspricht, ist technisch jedoch aufwendig. Die Entwicklung und Integration wird daher noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Bis diese Lösung zur Verfügung steht, kannst Du bereits jetzt die in Windows und macOS integrierte Spracheingabe direkt in TheraPsy nutzen. Dabei empfehlen wir Dir – insbesondere bei cloudbasierter Verarbeitung – die oben beschriebenen Maßnahmen zum Schutz sensibler Daten.
Fazit
Ja – auch mit TheraPsy kannst Du Deine Dokumentation per Spracheingabe erstellen.
Du kannst dafür direkt die Funktionen verwenden, die Windows und macOS bereits mitbringen.
Uns ist dabei vor allem Transparenz wichtig: Eine Spracheingabe ist nicht allein deshalb datenschutzfreundlicher, weil sie direkt in eine Praxissoftware eingebaut ist.
Entscheidend ist immer, welche Spracherkennung im Hintergrund verwendet wird und ob die Verarbeitung lokal oder auf einem externen Server erfolgt. Aktuell ist dies bei TheraPsy jene Vorgehensweise und Infrastruktur, die das jeweilige Betriebssystem zur Verfügung stellt.
Gerade bei psychotherapeutischen Daten empfehlen wir deshalb: Nutze Spracheingabe bewusst, diktiere möglichst keine direkt identifizierenden Informationen und bevorzuge – sofern verfügbar – eine lokale Verarbeitung auf Deinem Gerät.
Langfristig möchten wir mit einer direkt auf Deinem Gerät arbeitenden TheraPsy-Spracherkennung eine Lösung anbieten, die unserem Verständnis von Datenschutz noch besser entspricht.